Haus verkauft sich nicht... Warum Immobilien aktuell so lange auf dem Markt bleiben (und was Verkäufer jetzt falsch machen)
- Dennis Nahrmann
- 23. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Viele Eigentümer erleben gerade dasselbe: Die Immobilie wird online gestellt — und es passiert… fast nichts. Früher gab es nach wenigen Tagen Anfragen. Heute teilweise wochenlang keine einzige ernsthafte Nachfrage.
Das liegt nicht an Ihrer Immobilie allein. Der Immobilienmarkt hat sich strukturell verändert — und Verkäufer reagieren oft noch nach den Regeln von 2020–2021.
1. Der Markt ist kein Verkäufermarkt mehr
Zwischen 2015 und 2021 galt: Zu wenig Angebot, extrem niedrige Zinsen, viele Käufer.
Heute gilt:
höhere Finanzierungskosten
strengere Bankenprüfung
deutlich weniger finanzierbare Käufer
Die Nachfrage existiert weiterhin — aber nur noch für passend bewertete Immobilien.
2. Der häufigste Fehler: Orientierung an alten Verkaufspreisen
Viele Verkäufer orientieren sich an: „Der Nachbar hat vor zwei Jahren X bekommen.“
Das Problem: Der damalige Käufer konnte mit etwa 1 % Zins finanzieren. Heute liegt die Belastung oft 40–70 % höher.
Der Käufer kann sich die gleiche Immobilie schlicht nicht mehr leisten — selbst wenn er sie möchte.
3. Portale zeigen Ihnen etwas Gefährliches
Immobilienportale zeigen Angebotspreise, nicht Verkaufspreise.
Was man dort sieht, sind: Wunschpreise — nicht Marktpreise
Immobilien mit zu hohem Preis bleiben online sichtbar. Realistisch bewertete Immobilien verschwinden schnell. Dadurch entsteht eine falsche Orientierung.
4. Warum „erst hoch ansetzen und später senken“ nicht funktioniert
Das war früher eine funktionierende Strategie. Heute schadet sie massiv. Das Haus verkauft sich nicht.
Der Grund: Immobilien bekommen die meiste Aufmerksamkeit in den ersten 14 Tagen nach Veröffentlichung.
Wenn der Preis in dieser Phase nicht passt:→ Käufer speichern die Immobilie als „zu teuer“ ab→ spätere Reduzierungen werden kaum wahrgenommen
Das Objekt verliert Vertrauen.
5. Haus verkauft sich nicht: Was jetzt wirklich funktioniert
Aktuell funktionieren Verkäufe dann, wenn drei Dinge stimmen:
realistische Bewertung
professionelle Präsentation
geprüfte Käufer
Nicht die schönste Immobilie verkauft sich zuerst —sondern die am besten eingeordnete.
Fazit
Wenn eine Immobilie keine Anfragen bekommt, liegt es fast nie an Lage oder Zustand allein.
In über 80 % der Fälle ist der Preis nicht zum aktuellen Finanzierungsmarkt kompatibel.
Der Markt ist nicht schlechter geworden. Er ist selektiver geworden.
Und genau deshalb entscheidet nicht mehr das Objekt —sondern die Strategie.




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